
Warhaus
Eleganter Pop oder fiebriger Clubrausch? Warhaus entscheidet sich kurzerhand für beides. Mit seinem fünften Studioalbum „The Donkey“ zieht es Maarten Devoldere in raueres, rhythmusbetonteres Terrain, ohne die Raffinesse seines Soloprojekts aufzugeben. Hypnotische Texte und ungebändigte Gesangsausbrüche treffen dabei auf treibende Grooves.
Bekannt wurde der Belgier ursprünglich als Sänger und Gitarrist der Band Balthazar. Mit seinem 2016 veröffentlichten Debütalbum „We Fucked a Flame into Being“ eröffnete er unter dem Namen Warhaus eine eigene musikalische Welt: dunkel, sinnlich und getragen von seinem unverwechselbaren Bariton. Mit Anklängen an Singer-Songwriter wie Leonard Cohen verbindet er Chanson, Jazz und cineastischen Pop zu einem ebenso mitreißenden wie melancholischen Sound. Auf „Warhaus“ (2017) und „Ha Ha Heartbreak“ (2022) entwickelte er diese Klangsprache weiter. Mit „Karaoke Moon“ (2024) rückten schließlich surreale Geschichten und spielerische Grenzgänge zwischen Orchester-Pop, Folk und Spoken Word in den Vordergrund.
Das neue Album „The Donkey“ verschiebt die Gewichte nun erneut. Wo zuvor die elegante Melancholie dominierte, drängen jetzt roher Gesang, vom südafrikanischen Gqom inspirierte Rhythmen und energetische Uptempo-Grooves nach vorn. Der vertraute Dandy-Pop verschwindet dabei nicht, sondern wird um schnellere Facetten erweitert. Besonders deutlich wird diese Spannung in den neuen Stücken „Simple Pleasures“ und „The Baby“: hier stilvolle Verführung, dort ein überraschend ungezähmter Gesang, der die Atmosphäre eines überhitzten Clubs kurz vor Schluss heraufbeschwört. „The Baby“, produziert vom langjährigen Weggefährten Jasper Maekelberg, begann tatsächlich als Versuch, ein Wiegenlied zu schreiben. Herausgekommen ist allerdings alles andere als sanfte Einschlafmusik. Stattdessen verbindet diese erste Vorab-Single kantige Rhythmen, düstere Synthesizer und eine nervöse Energie, die auf die Tanzfläche zielt.
Wie wandelbar dieses Projekt auch auf der Bühne ist, zeigte Devoldere erst im Sommer 2026 bei seinen reduzierten Konzerten mit dem klassischen Pianisten Julien Libeer, wobei auch ein Stopp in der Hamburger Laeizshalle auf dem Plan stand. Für die kommende Tour dürfen die Ausschläge nun wieder größer werden: Die neuen Songs von „The Donkey“ treffen auf vertraute Warhaus-Klassiker, raffinierte Popmomente auf ungebremsten Bewegungsdrang. Im Februar 2027 kann sich das Publikum in Berlin selbst davon überzeugen und mitreißen lassen.
Einlass: 19 Uhr
Rollstuhlnutzende buchen bitte das entsprechende Ticket. Barrierefreier Zugang und Toilette sind vorhanden. Zugang über unebenes RAW Gelände!
Schwerbehinderte zeigen uns am Einlass den B-Ausweis und können dann eine Begleitperson ohne Ticket mitnehmen.
Date
Loft Concerts GmbH
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